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Vorschau 
Bettag 2010  Zum besinnlichen Bettagsspaziergang mit Wort und Musik treffen wir uns, zusammen mit den Freien Protestanten am Sonntag, 19. September um 17.00 Uhr bei der Endhaltestelle Kleinwaldegg (Buslinie 2).
Thema: Visionen – Orientierungspunkte am Glaubensweg mit Anstössen von Ezechiel, Bruder Klaus, Dietrich Bonhoeffer.
Bei Regen findet der Spaziergang nicht statt. Auskunft gibt Telefon 081 284 55 15.

Vortragsabend am Montag, 25. Oktober 2010
Die Freien Protestanten konnten für diesen Abend, den von der Fernsehsendung Sternstunde Religion her bekannten Dr. Norbert Bischofberger engagieren. Er wird zum Thema Reinkarnation sprechen. Auch zu diesem Anlass, der von unserem Verein BBGK mitgetragen wird, werden nähere Infos zu gegebener Zeit folgen.

Bericht von der 18. ordentlichen Jahresversammlung vom 8. Mai 2010, 10.30 Uhr im Pfarreizentrum Heiligkreuz in Chur  

Aus dem Protokoll seien hier der Vortrag von Prof. Dr. Hanspeter Schmitt von der Theologischen Hochschule Chur erwähnt und dann noch das letzte der acht in der statuarischen Versammlung behandelten Traktanden.
In seinen Ausführungen zum Thema „Sterbehilfe und Gewissen“ zeigte Prof. Schmitt in höchst anregender und luzider Weise auf, dass das Thema zurzeit zwar brennend aktuell ist, dass dabei aber manche wesentlich dazugehörenden Aspekte kaum jemals zur Sprache kommen. Sehr einleuchtend ist das aufgezeigte Spannungsdreieck bezüglich der Entscheidungen am Lebensende: Da geht es um das gewissenhafte Abwägen von Patientenautonomie (Selbstbestimmung), Schutz des Lebens (Tötungsverbot)  und medizinischem Handeln (ärztliche Verantwortung). Sehr aufschlussreich war auch der Ländervergleich (NL – Schweiz – BRD), was das geltende Recht bezüglich Sterbehilfe angeht.
Zur Problematik der Suizidbeihilfe ist Prof. Schmitt um eine Stellungnahme gebeten worden. Nachzulesen ist diese auf der Homepage der Zürcher Kantonalkirche und in gekürzter Form auf jener der THC. Darin wird die Gefahr betont, dass bei einer Legalisierung lebensgestalterische Hilfen und todbringende „Hilfen“ im Empfinden und Werten der Leute gleichgestellt werden.    

Im Bemühen um eine christliche Kultur des Sterbens gibt es kaum eine Kasuistik, die für jede einschlägige Frage gleich ein Patentrezept bereithält. Vielmehr sind da vertrauensvoller Dialog und fachlich kompetente Kommunikation notwendig, um dem hohen Anspruch einer gewissenhaft verantworteten Praxis gerecht zu werden. Auch wenn es dazu diverse Hilfen gibt, bleibt das Verfassen einer Patientenverfügung eine anspruchsvolle Angelegenheit, bei der der Einbezug einer Vertrauensperson dringend zu empfehlen ist. Auch soll eine Patientenverfügung immer wieder reflektiert und allenfalls angepasst werden.
Ein lang anhaltender Applaus sowie die angeregte Diskussion zeigten, dass Professor Dr. Schmitt seinen Zuhörern höchst Interessantes, Wissenswertes und Bereicherndes geboten hat, wofür ihm der herzliche Dank ausgesprochen sei.

Unter Verschiedenes und Umfrage dankte die Präsidentin, Christine Bucher u.a. unserem Webmaster, Peter Frauch, der sich um unsere Webseite kümmert. Sein fortgeschrittenes Alter macht es verständlich, dass er sein Amt diesen Sommer abgeben wird. Die Mitglieder unseres Vereins werden um Meldung gebeten, wenn jemand einen Tipp weiss für die Nachfolge von Peter Frauch im Amt als Webmaster.
Die Einladungen zur Jahresversammlung mit Mitgliederbrief waren diesmal von einem hellgrünen Flyer begleitet, der über unsern Verein orientiert und der Mitgliederwerbung dienen möchte.
Mai 2010/gk


gk Seit bald 19 Jahren bemüht sich unser Verein Bündnerinnen und Bündner für eine glaubwürdige Kirche einzutreten für das von Papst Johannes XXIII. im Zweiten Vatikanischen Konzil initiierte und von der Synode 72 aufgenommene Aggiornamento der Kirche. Dieses Bemühen scheint nach wie vor notwendig, wie ein Blick auf die derzeitige Entwicklung in der Kirche zeigt. Mit Besorgnis erfüllt uns auch die Tatsache, dass mit Martin Grichting ein Mann zum Generalvikar des Bistums Chur ernannt worden ist, der sich mit aller Vehemenz gegen das duale Kirchengefüge stellt, das sich schweizweit eingespielt und bewährt hat. Dieses duale System besteht in einem Neben- und Miteinander von demokratisch verfasster staatskirchenrechtlicher Körperschaft (Kirchgemeinden, Landeskirchen) und hierarchisch strukturierter Kirche kanonischen Rechts.

Aggiornamento oder Restauration? - Mit Aggiornamento meinte Johannes XXIII. das Heutigwerden der Botschaft vom Gottesreich, die Jesus Christus uns anvertraut und weiterzuverkünden beauftragt hat. - Unter Restauration versteht man die Wiederherstellung einer alten Ordnung, wie sie vor einem Umbruch bestanden hat. Heute stehen bei der Kirchenleitung die Zeichen eher auf Restauration. Zwar ist gegen eine Wiederbelebung bewährter Traditionen, die in Vergessenheit geraten sind, nichts einzuwenden. So beispielsweise etwa was den Ständigen Diakonat angeht. Allerdings wird man da den Verdacht nicht los, dass die Kirchenleitung mit der Ordination von Ständigen Diakonen das kleinere Übel wählt, um das "Problem" der Gemeindeleitung durch Laien aus der Welt zuschaffen. Streng genommen dürfte zwar auch der Diakon keine Leitungsaufgaben wahrnehmen, aber wenigstens ist bei ihm die Gemeindeleitung in der Hand eines Klerikers. Überdies hofft man vielleicht, dass die Existenz von verheirateten Diakonen der Diskussion um den Pflichtzölibat etwas Wind aus den Segeln nimmt.

Neues ist notwendig

Mit Recht betonen Kirchenverantwortliche, dass man nicht jeder Neuheit und Tagesmeinung aufsitzen soll. Der zum Weihbischof ernannte Marian Eleganti sagt: "Auf der Höhe der Zeit zu leben, kann nicht bedeuten, ihr in allem zuzustimmen." (forum 26/2009/7) Und der Apostel Paulus mahnt: "Prüft alles, und behaltet das Gute!" (1 Thess 5,21) Was für Herkömmliches gilt, soll aber ebenso für Neuerungen gelten; ob solche gut und zu behalten sind, soll jedoch nicht per Dekret von oben verordnet sondern von den Betroffenen in geduldigem Dialog ergründet werden. Neuerungen zu verhindern, nur weil sie nicht in den Kram passen, kann zu gefährlichem Problemstau führen. Nichts wirkt sich langfristig revolutionärer aus als das Verhindern notwendiger Reformen.

In ihrer Ausgabe vom 15. Dezember 2009 brachte die Zeitschrift Orientierung einen sehr erhellenden Aufsatz mit der Überschrift "Das Alte und das Neue". Der Autor, Klaus P. Fischer, Heidelberg, stellt fest dass anscheinend nur ein kindlicher Geist (den manche Erwachsene sich bewahren), begierig ist auf Neues. (Vgl. etwa Mt 18,3) Demgegenüber löse eingewurzelte seelische und geistige Trägheit, gemischt mit Stolz, häufig Widerstand und Abneigung aus, selbst wenn die fälligen Veränderungen wohl begründet sind. "Den Propheten gemäss erhofften die Frommen im frühen Israel eine radikale Wende in der Welt, Überwindung von Krieg und Waffenschmieden, Friede unter Völkern, zwischen Mensch und Tier, Hinwendung der Völker zum Gott Israels unter dem Messias-König, Wiederherstellung des David-Königtums, des Tempels, Sammlung der Zerstreuten Israels. Auch Jesu Jünger waren von dieser Hoffnung beseelt (Apg 1,6). Doch die kleinen Leute zeigen sich Jesu Verkündigungsruf vom angekommenen Gottes-Heil (Mk 1,15) viel aufgeschlossener als die Ältesten, Schriftgelehrten, Pharisäer und Priester." (Orientierung, a.a.O., Seite 253) Es scheint, dass das Heil vor allem in der Wiederherstellung alter Ordungen gesehen wird. Eine Sichtweise - oftmals ist sie gepaart mit dem durchaus klugen Bestreben, sich ja nicht von Verweltlichung und Zeitgeist, von Trends und Tagesmeinungen vereinnahmen zu lassen - , eine Sichtweise, in welche die Forderung nach einem Aggiornamento nur schwer zu integrieren sein dürfte.
In seinem Aufsatz betont Klaus P. Fischer, dass unter der Zeit, von der das Evangelium redet, nicht einfach die Weltzeit (aiôn) zu verstehen ist, "sondern die Gottes-Zeit (kairos), die mitten in der Weltzeit und weltlichen Chronologie zu unterscheiden, zu entdecken Aufgabe der Christen ist. Daher kann Johannes XXIII. für Programm und Arbeit des Konzils einen Glaubens-Begriff - aggiornamento - prägen: 'il gorno - der Tag' meint hier gerade nicht das Tagtägliche, für Eintagswesen Wichtige, sondern nimmt den Heils-Tag prophetischer Verheissungen auf, den auch Jesus in Gleichnissen anzielt, wo er zur Wachsamkeit aufruft, 'denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt'; denn der Herr kommt zur Prüfung und Gerechtmachung seiner Welt an unerwartetem Tag und zu ungewisser Stunde und will Mägde und Knechte wach und bereit finden. Eben für diesen jeder Zeit eigenen 'Tag des Herrn' (il giorno del Signore) prägte der Papst den Begriff 'aggiornamento', um die Bedeutung der dem Konzil aufgegebenen Zurüstung der Kirche zu kennzeichnen." (a.a.O., Seite 254)

Über den engen Horizont hinaussehen

Fischer schliesst seinen Aufsatz mit der Feststellung, dass es der Heilige Geist ist, der die Kontinuität der Kirche des Konzils mit der vorkonziliaren Kirche verbürgt: "letztlich der Gottes-Geist selbst, der eine Kontinuität weniger des Buchstabens als des Geistes schafft. Es ist ja der Geist Gottes, dessen Wege und Planungen himmelhoch über denen der Menschen sind, der einen neuen Himmel und eine neue Erde schafft, sodass 'nicht mehr gedacht wird des Früheren' (Jes 65,17f)." - Wie werden doch Themen, wie etwa Frauenordination oder Krankensalbung durch Laien oder Diakone, die in der Spitalseelsorge tätig sind, von den Kirchenverantwortlichen gerne abgetan: Solches ist von der kirchlichen Tradition her nicht vorgesehen. - Wie segensreich wäre da, auf die Zeichen der Zeit achtend, eine Weitung des Horizonts!
(8. Januar 2010)



Text hier abrufbar   (PDF-Datei, 29kB, November 2009


Am 8. September 2009 verstarb Urs Willi. Mit ihm verliert Katholisch Chur eine Persönlichkeit, die sich stets für die Belange der Kirche engagiert hat. So war er der Vereinigung "Bündnerinnen und Bündner für eine glaubwürdige Kirche" seit deren Gründung im Jahre 1992 tatkräftig verbunden und seit 1996 deren Präsident. In schwierigen Zeiten hat er mitgeholfen, Wege zu finden, damit auch die Stimme einer zeitgemässen Kirche in unserer Gesellschaft wahrgenommen wurde. Er trat auf mit seiner ganzen Überzeugung, nannte Missstände beim Namen, versuchte aber stets, gute Lösungen zu finden. Seine Stellungnahmen in den Medien waren fundiert und fern jeder Effekthascherei. Als es 2001 darum ging, den Fortbestand der Theologischen Hochschule Chur zu sichern, rief Urs Willi die Stiftung "Freunde der Theologischen Hochschule" ins Leben. Ziel der Stiftung ist die Erhaltung und Entwicklung der Theologischen Hochschule. Es ging ihm einerseits darum, Personen zu unterstützen, die sich für den Fortbestand der für das Bistum Chur sehr wichtigen Ausbildungsstätte einsetzten, andererseits wurde es durch Gründung dieser Stiftung möglich, mitzuhelfen, dass auch die materielle Basis dieser Institution längerfristig gesichert ist. So konnte die Theologische Hochschule bis heute insgesamt mit einer Million Franken unterstützt werden. Wir verlieren mit Urs Willi ein engagiertes Mitglied des Stiftungsrates. Er scheute sich nicht, auch die vielseitige Kleinarbeit zu leisten, welche für das Erreichen der gesetzten Ziele unumgänglich ist. Die Jahresversammlung der BBGK hat ihn zum Frühjahr 2009 zu ihrem Ehrenpräsidenten ernannt. Wir werden Urs Willi in dankbarer Erinnerung behalten.

Stiftung "Freunde der Theologischen Hochschule", Josef Senn
Bündnerinnen und Bündner für eine glaubwürdige Kirche, Christine Bucher
                                                                                                                (06.10.2009)



Am Samstagvormittag, 20. Juni 2009 hielt der Verein Bündnerinnen und Bündner für eine glaubwürdige Kirche seine 17. Ordentliche Jahresversammlung im Pfarreizentrum Heiligkreuz in Chur. In diesem Rahmen hielt Prof. Dr. Franz Annen, Professor der Theologischen Hochschule Chur, ein Referat zum Thema "Paulus, der Eiferer. Persönlichkeit und Wirken des Völkerapostels". Im Referat wurde versucht, die widersprüchliche und in vielem schwer zugängliche Persönlichkeit des Apostels Paulus zu erschliessen. Die Schlüssel sind einerseits der Blick auf seine Lebensgeschichte, vor allem auf das Bekehrungserlebnis bei Damaskus, und anderseits auf seine charakterliche Konstante: Er ist und bleibt ein Eiferer. Das erklärt seine grossartige Lebensleistung wie auch seine gelegentlichen "Ausrutscher".

Die Jahresversammlung, an der gegen 40 Personen teilnahmen, genehmigte alle Anträge des Vorstandes, wählte Christine Bucher als Präsidentin und Agatha Schnüriger als neues Vorstandsmitglied sowie Urs Willi zum Ehrenmitglied.

Ein Bericht über Vortrag und JV kann hier heruntergeladen werden: Jahresversammlung 2009
(PDF-Datei 68 KB)                                                                              (29.06.2009)





In einem offenen Brief beanstanden die BBGK, dass Bischof Vitus bei den Ernennungen in die Leitungsgremien des Bistums praktisch ausschliesslich Personen der konservativen, rückwärtsgewandten Richtung berücksichtigt hat. Mit Verboten bezüglich Bussfeiern und Laienpredigt will der Bischof Rom gefallen, statt die Anliegen der Gläubigen des Bistums aufzunehmen. Die in den Medien genannten Anwärter (beide sehr konservativ) für das Amt des Weihbischofs lassen Schlimmes befürchten: eine Spaltung wie zu Zeiten Haas könnte die Folge sein. Diese erneute Spaltung muss mit allen Mitteln bekämpft werden.
Der vollständige Text ist hier abrufbar  "Offener Brief an Bischof Vitus April 2008"
(PDF-Datei 50 KB)                                                                              (15.04.2008)


Eine Delegation der BBGK hat am 4. März 2008 mit Bischof Vitus Huonder folgende Themen besprochen: Ernennungen und Personalentscheide, Predigtverbot für Laientheologen in der Eucharistiefeier, Verbot der sakramentalen Bussfeiern und Förderung der Einzelbeichte, Oekumene, Auftrag des Bischofs, besonders die primäre Aufgabe, die frohe Botschaft zu verkünden und in Rom drängende Anliegen der Ortskirche zur Diskussion zu stellen. Bischof Vitus hat die Anliegen aufgenommen und mit einigen ergänzenden Hinweisen kommentiert.
Die Delegation hat auch eine Reihe von Fragen schriftlich deponiert. Eine Antwort darauf steht bis heute noch aus.
Ob die Bestellung des Bischofsrats als ausgewogen, so Bischof Vitus, bezeichnet werden kann, wird sich zeigen. Noch stehen wichtige Personalentscheidungen an. Der Vorstand der BBGK teilt die Sorge zahlreicher engagierter Menschen in der Kirche, es könne in diesem Punkt durch einseitige und ungeeignete Personalpolitik erneut zu Spaltungen und Machtkämpfen kommen.
                                                                                                       (02.04.2008)